Die Oxidationsproblematik bei Leinöl ist elementar. Die Pressung von einigen sehr hochwertigen Leinölen ist auch unter Ausschluss von Licht und Sauerstoff und mit sogenannter "Kaltpressung". Allerdings unterscheiden sich zwei Punkte.
Der erste Punkt ist die Wasserkühlung der Ölmühle von außen. So können wir bei der Pressung maximal 29 Grad garantieren. Dies ist ohne eine externe Wasserkühlung nicht machbar. Und das ist wiederum nicht machbar, wenn große Chargen produziert werden. Bei uns werden Kleinchargen jede Woche frisch gepresst und dann bei uns im Kühlschrank gelagert.
Der zweite Punkt ist ebenfalls einzigartig, denn wir nutzen GEKEIMTE Leinsamen und keine normalen ungekeimten. Durch den Keimprozess und die Rücktrocknung vor der Pressung schützen sich die Leinsamen vor Oxidation. Wir haben Tests gemacht, wo mit dem gleichen Setup das Leinöl aus ungekeimten Leinsamen einen vielfach höheren TOTOX-Wert hatte.
Am Ende kann dir jedes Marketing-Versprechen egal sein. Denn du solltest auf die unabhängige Laboranalyse schauen und den TOTOX-Wert vergleichen. So ist transparent sichtbar, wieweit die Oxidation wirklich fortgeschritten ist. Ich kann mit Selbstbewusstsein sagen, dass wir bisher das Leinöl mit dem geringsten TOTOX-Wert von 1,5 (!) auf dem gesamten Markt haben. Hier ist die unabhänige Analyse, wo wir unser Leinöl (ohne Kühlpad im Versandkarton) ins Labor geschickt haben. Diese unabhängige Analyse ist für jeden Kunden einsehbar und extern bestätigt. Ich habe noch nie eine unabhängige Analyse mit einem so geringen TOTOX-Wert bei Leinöl gesehen. Bei anderen Herstellern von Leinöl ist meist keine unabhängige Analyse einsehbar. Es reicht nicht, zu schreiben "Jede Charge wird in unabhängigen Laboren geprüft, um Reinheit und den optimalen Nährstoffgehalt zu garantieren. So stellen wir sicher, dass nur das Beste in deine Küche gelangt.", wenn keine unabhängige Analyse einsehbar ist. Dies muss nicht heißen, dass es sie nicht gibt, aber es ist verwunderlich. Denn wenn wirklich unabhängige Analysen da sind, würde man sie zeigen, zumindest so lange das Ergebnis gut ist. Denn diese kosten Geld und sind für uns auch immer ein hoher Kostenfaktor. Ich will aber natürlich nichts unterstellen, deswegen gehe ich einfach davon aus, dass sie für das Leinöl eine unabhängige Analyse haben, das Ergebnis aber nicht transparent kommunizieren.
Anders ist es bei Produkten, wo Werte wie der TOTOX-Wert gezeigt werden, allerdings eine selbstgebaute PDF-Datei aufgeführt von ihrer eigenen Firma und nicht von einem unabhängigen Labor aufgeführt ist. Dies ist schlichtweg Täuschung. Eine echte unabhängige Analyse hat eine Prüfberichtsnummer und ist auch einsehbar.
Achte bei Omega 3 Öl, bei Leinöl und bei Mikroalgenöl immer darauf. Wenn (a) keine unabhängige Laboranalyse gezeigt wird, (b) der TOTOX-Wert nicht genannt wird oder (c) ein selbstgebautes Dokument gezeigt wird, herrscht keine Transparenz.
Deshalb kann ich dir nur empfehlen, bei Herstellern direkt nachzufragen, wie der TOTOX-Wert des Leinöls ist und nach der unabhängigen Laboranalyse (kein selbstgebautes Dokument ihrer eigenen Firma) zu fragen, weil diese ja ohne Probleme einsehbar sein sollte, wenn sie die - wie beworben - vornehmen. Dann kannst du vergleichen, ob unser unabhängig ermittelter TOTOX-Wert von 1,5 geringer ist oder höher und siehst, inwieweit die Oxidation fortgeschritten ist.
Bis dato können wir sagen, dass es kein uns bekanntes Verfahren gibt, um so eine geringe Oxidation zu gewährleisten, wie es bei uns der Fall ist: Wöchentliche Produktion in Kleinchargen, Leinsamen ankeimen und rücktrocken, externe Wasserkühlung der Ölmühle, so dass das Gerät beim Pressen maximal 29 Grad erreicht.